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Dienstag, 13.02.2007

Also doch Mord nach Vergewaltigung

Am Wochenende stellte N-TV in einem geschichtlich sehr interessanten Beitrag Passagen unserer detuschen Geschichte dar, die im Einzelnen

a) entweder garnicht bekannt oder
b) bewusst verheimlicht worden

So z.B. die Bestätigung für Göbbels Warnung vor den Grausamkeiten der heranrückenden Roten Armee im Winter/Frühjahr 1945.

N-TV belegt, dass tatsächlich ca. 2 Mio Deutscher Frauen allein Opfer von Vergewaltigungen dieser "Befreiungsarmee" wurden und einzelne Opfer wurden dazu interviewt, die Überlebenden Opfer freilich.

Ausdrücklich betont wurde dabei, dass die rote Armee ja schliesslich aus Wiedergutmachungsgründen vor Ort gewesen sei, um Deutsches Unrecht auf der anderen Seite zu vergelten.

Befragte man aber zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppte Strafgefangene Frauen aus der Ukraine z.B. erklären diese eine ganz andere Wahrheit.

So wurden auch diese Opfer der Roten Vergewaltigerarmee und zwar ganz im Gegensatz zu den vorherigen über sie herrschenden Machthabern.

Zitat:
"...die Arbeit und den Deutschen war sehr hart,  und wir hofften dass uns die rote Armee bald befreien würde. Als diese jedoch dann tatsächlich da war verlor ich meine Ehre und wollte nur noch sterben..."

"...unter den Deutschen verlor ich meine Freiheit, unter der roten Armee meine Ehre..."

Es gibt tausende von gemeldete Vorfällen dazu und diese wurden aktenkundig und stehen seit 50 Jahren unter Verschluss im Russischen Archiv.
Eine Frau, die den Inhalt kennt, erklärt: "...Das Material ist geheim, es ist so geheim, dass es nie an die Öffentlichkeit kommen darf..."


Ein Satz (-bild) sagt hier mehr als tausend Worte!

In diesem Zusammenhang noch folgendes Schriftstück:

"Ermordet nach Vergewaltigung"


http://www.national-zeitung.de/cgi-bin/suchm.pl?suchwort=erstochen&offset=0&kategorie=0&preview=1&option=und&iframename=http://www.national-zeitung.de/Artikel_06/NZ19_4.html#tome

Donnerstag, 30.11.2006

pikantes Detail der Nuernberger Prozesse

Frage:
Es gab wohl mal einen Bericht im SWR bei dem erklaert wurde, daß die
amerikanischen Militaer- Richter der Rhetorik speziell Goering (und
wohl auch anderer) mehrfach nicht gewachsen waren, und mehrmals
ausgewechselt werden mussten.
 

Wer hat den bei sich im Archiv herumliegen oder einen Link parat?
 

Mich wuerde der konkrete Wortlaut interessieren worauf hin die
eingesetzten Richter mit ihrem Latein am Ende waren und ausgetauscht
wurden.
 

Diese Umstaende als solche, lassen die angebliche "Rechtsstaatlichkeit"
der Prozesse, wenn es denn stimmt, als auesserst fragwuerdig
erscheinen.
 

Dies alles aus der Anregung ueber den juengsten Saddamprozess, der
unter aehnlichen Vorzeichen stattfand (von USA legitimierte
Gerichtsbarkeit), und den internationale unparteiische Beobachter nicht
nur als fragwuerdig sondern konkret als "nicht Rechtens" tituliert
haben.
 

Also, Bestaetigungen oder auch die Beweise des voelligen Gegenteils
sind hier willkommen!

Weiterlesen

Montag, 05.09.2005

vor 60 Jahren begann die Umerziehung


Vor sechzig Jahren begann die Umerziehung: Eine besondere Rolle spielten die Sozialwissenschaften bei der "re-education" der Deutschen

Alexander Griesbach



Im Hinblick auf das Problem der re-education geht es kurz gesagt nicht nur um die Ausrottung des Nazismus, sondern auch um die Eliminierung von Autoritarismus, Militarismus, Junkertum und Rassismus. Das böse Werk Hitlers, daran sei erinnert, dauerte nur zwölf Jahre, das seiner Vorgänger aber reichte über Generationen hinweg. Die Besatzungsmächte sind aufgerufen, in einer vergleichsweise kurzen Zeit diese althergebrachte Akkumulation gefährlicher Vorstellungen auszulöschen." Mit diesen Worten charakterisierte Saul Padover, 1905 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren, die 1920 in die USA emigrierten, das Programm und die Ziele der "re-education" ("Umerziehung") der Deutschen.

Padover arbeitete ab 1943 in der Abteilung für psychologische Kriegführung in London. 1944 kam er als Mitglied eines US-Geheimdienstes mit den US-Truppen nach Deutschland. Hier verhörte er deutsche Funktionäre über ihre Kenntnisse der NS-Gewaltverbrechen und über ihr Verhältnis zum NS-Regime. Die Ergebnisse seiner Vernehmungen liegen seit 1999 unter dem Titel "Lügendetektor. Vernehmungen im besiegten Deutschland" auch in deutscher Sprache vor.

Die Berliner Tageszeitung taz kommentierte in einer Rezension: "Sein Urteil über das deutsche Volk fiel niederschmetternd aus: autoritätsgläubig, stumpf, gefühllos, gewissenlos, selbstherrlich und arrogant auch in der Kapitulation, weinerlich in kollektivem Selbstmitleid. (...) Es war das Verhalten von Sklaven, die Bürokraten anbeten." Daß dieses angebliche stumpfe Sklavenvolk der Deutschen einer grundlegenden Bewußtseinsveränderung bedurfte, um die Welt für die Demokratie sicherer zu machen, darin waren sich die Wortführer der "re-education" einig.

Totale "Auslöschung" der gesamten Traditionen

Padover steht pars pro toto für die Exponenten der "re-education", die nach Kriegsende antraten, den deutschen "Nationalcharakter" zu verändern. Es ging darum, so drückte es der Staatsrechtler Carl Schmitt in einer Notiz vom 6. November 1949 aus, dem besiegten Feind, also den Deutschen, "eine andere Seele einzuimpfen". An die Stelle der angeblichen Aggressivität der Deutschen, die zu zwei Weltkriegen geführt haben soll, sollten sie zu politischem Wohlverhalten ("fair play") und wirtschaftlicher Zusammenarbeit erzogen werden.

Das konnte aus Sicht der Alliierten offensichtlich nur durch die totale "Auslöschung" der "gesamten Traditionen" geschehen, "auf denen die deutsche Nation errichtet wurde". So steht es jedenfalls im Abschlußbericht des interministeriellen Komitees für Umerziehung von Dezember 1943 zu lesen, aus dem Caspar von Schrenck-Notzing in seinem Beitrag zur Festschrift zum 70. Geburtstag (1993) für den mittlerweile verstorbenen Heidelberger Politologen Hans-Joachim Arndt zitiert. Schmitts Einlassung trifft insofern den Kern der Sache, als die konzeptionellen Wurzeln für das Programm der "re-education" in der amerikanischen Bewegung für geistige Gesundheit der 1930er Jahre lagen. In deren Kontext, so merkt beispielsweise die Heidelberger Soziologin Uta Gerhardt in ihrer Abhandlung "American Sociology and German Re-education" (1997) an, bedeutete "re-education" zunächst therapeutische Maßnahmen, mit denen die Charakterstruktur von Patienten verändert werden sollten, die an Paranoia oder anderen geistigen Erkrankungen litten. Dieser Ansatz wurde dann auf die Deutschen als Kollektiv übertragen.

Der Neurologe Richard A. Brickner von der Columbia University diagnostizierte 1942 bei den Deutschen eine "paranoide Psychose", die er anhand von vier Kriterien festmachen zu können glaubte, nämlich einmal an der angeblichen deutschen "Megalomanie", die in der Sentenz "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" ihren signifikanten Ausdruck finde.

Weiter nannte Brickner den absoluten Anspruch der Deutschen auf Führerschaft über andere Nationen und Kulturen. Schließlich sollen die Deutschen durch "Verfolgungswahn" gekennzeichnet gewesen sein, der sich dadurch ausdrückte, daß sie sich gegenüber allen anderen "diskriminiert" fühlten; die Deutschen meinten, so Brickner, daß ihnen ihr rechtmäßiger Anteil vorenthalten würde. Des weiteren neigten die Deutschen zu einer nachträglichen Verzerrung der Fakten. Brickner machte diese "Ferndiagnose" auch an der Überzeugung vieler Deutscher nach dem Ersten Weltkrieg fest, daß dieser Krieg nicht verloren wurde, sondern durch einen "Dolchstoß" verursacht worden war, den die Sozialdemokraten durch eine "Revolution" auslösten.

Die therapeutischen Maßnahmen wurden nun in Verbindung mit den Sozialwissenschaften, insbesondere der Soziologie, auf die deutsche Situation angewendet. Nach Gerhardt spielte die Soziologie zwei Rollen. Zum einen stellten die Soziologen einen diskursiven Rahmen bereit, um die Unterschiede zwischen demokratischen und totalitären Gesellschaftssystemen zu verstehen. Von maßgeblicher Bedeutung waren hier unter anderem die Arbeiten des Harvard-Soziologen Talcott Parsons, der in Anlehnung an Max Webers Thesen über das "charismatische Führertum" die von ihm so wahrgenommene Revolte gegen die moderne Welt in Deutschland nach 1933 zu erklären versuchte.

Prosperierende Wirtschaft für kontrollierten Wandel

Zum anderen veränderte die Soziologie nach Gerhardts Ausführungen das Konzept der psychiatrischen "re-education" dahingehend, daß die ökonomische Erholung Deutschlands der angestrebten Umformung des deutschen Nationalcharakters dienlich gemacht werden sollte. Insbesondere Talcott Parsons war der Meinung, daß die ökonomische Wiederherstellung Deutschlands die beste Strategie für eine "re-education"-Strategie sei, die auf eine Eingliederung und Einbindung Deutschlands in den Kreis "friedliebender Nationen" hinauslief.

Parsons' Vorstellungen können auch gelesen und verstanden werden als Reaktion auf die Idee einer vollständigen industriellen Schleifung Deutschlands, für die der "Morgenthau-Plan" steht. In seiner Schrift "The Problem of a Controlled Institutional Change" (1945), die in der von Gerhardt herausgegebenen und kommentierten Dokumentation "Talcott Parsons on National Socialism" (New York 1993) zu finden ist, kommt er in Abwägung der verschiedenen Wirkungsbereiche für einen kulturellen Wandel, wie Familie, Schule, Regierung und Wirtschaft, zu dem Ergebnis, daß nur die Wirtschaft eine realistische Chance für einen kontrollierten institutionalisierten Wandel biete. Zum einen deshalb, weil sich die Wirtschaft in Deutschland im Bereich der Zuständigkeit der Alliierten befinde, die hier ihre Macht leicht im Interesse institutioneller Neuerungen anwenden könnten. Und zum anderen, weil die Wirtschaft die besten Möglichkeiten biete, die Bemühungen um eine "re-education" der Deutschen zu verdecken, sprich: nicht allzu offensichtlich werden zu lassen.

Den Wortführern der "re-education" lag viel daran, daß die Deutschen aus freiem Willen in das neue Wertesystem einwilligten. So schrieb Kurt Lewin (1890-1947), ein ehemaliger Berliner Gestaltpsychologe, der nach seiner Emigration zu einem der wichtigsten Exponenten der sozialpsychologischen Schule in den USA wurde, in seiner 1945 veröffentlichten Schrift "Das Verhalten, die Kenntnis und die Übernahme neuer Werte": "Fügt sich der einzelne rein aus Furcht vor Bestrafung und nicht durch die Weisungen seines freien Willens und Bewußtseins, dann nimmt das neue Werte-System, zu dessen Anerkennung man ihn bringen möchte, bei ihm nicht die Stellung eines Über-Ichs ein, und seine Umerziehung bleibt daher unvollendet. (...) Nur falls und wenn das neue Werte-System freiwillig übernommen wird, nur falls es dem eigenen Über-Ich entspricht, ergeben sich jene Veränderungen der sozialen Erkenntnis, die (...) eine Voraussetzung für eine Veränderung des Verhaltens und daher für eine dauerhafte Wirkung der Umerziehung sind."

Statt Nation "die Menschen" oder "die Gesellschaft"

Daß die amerikanischen Sozialwissenschaften im Hinblick auf die "re-education" eine derart exponierte Rolle spielten, kommt nicht von ungefähr. Caspar von Schrenck-Notzing bemerkte in seiner 1965 erstmals publizierten "Charakterwäsche", daß "die amerikanische Militärregierung von Anfang an mit sozialwissenschaftlichen Einrichtungen gespickt" war (Caspar von Schrenck-Notzing: Charakterwäsche - Die Re-education der Deutschen und ihre bleibenden Auswirkungen. Erweiterte Neuausgabe. Ares Verlag, Graz 2004, 350 Seiten, gebunden, 19,90 Euro).

Die "social sciences" standen, um es mit dem Bayreuther Soziologen Bernhard Plé zu sagen, im Dienste einer "säkularen Mission". "Es war kein Wunder", stellte Plé in seiner Untersuchung "Wissenschaft und säkulare Mission" (Stuttgart 1990) fest, "daß die Bemühungen um eine Gesellschaftswissenschaft nach Amerika verlegt wurden und Amerika hierzu namhafte Beiträge leistete. Das neue Land schien im Gegenteil die beste Formulierung dieser Gesetze zu bieten. (...) Die große Unabhängigkeitserklärung war auf Prinzipien gegründet, die sich vom Naturgesetz (...) herleiteten; die Verfassung war so entworfen, daß sie ewige Wahrheiten über das Wesen der Menschen und der Staatsgewalt und ihrer gegenseitigen Beziehungen verkörperte."

Mit den Sozialwissenschaften erwachte in den USA die Idee der technischen Steuerbarkeit der "Gesellschaft", mit der die Erwartung verknüpft wurde, daß sie dem Menschen künftig den Fortschritt zu einer Daseinsweise eröffnen würde, die im Einklang mit den sozialen Gesetzen steht. Einer der einflußreichsten Vertreter dieses Fortschrittsglaubens war zweifelsohne der amerikanische Philosoph John Dewey, der mit seinem "Pragmatismus" nach den Worten von Plé "die verschiedenen Strömungen des Fortschrittsglaubens mit dem Wissenschaftsglauben verbinden und damit Amerikas Auserwähltheitsglauben neu hat formulieren können".

Für Dewey und viele andere stand außer Frage, daß der Fortschritt der Menschheit auf das "Stadium der Demokratie" hinauslaufe. Deweys Botschaft, die Sozialwissenschaft könnte die "gesetzmäßigen Beziehungen der Gesellschaft" ermitteln und damit dem Menschen ermöglichen, "sowohl die Folgen seines Handelns vorauszusagen wie auch seine Ziele sozialtechnologisch zu verwirklichen", bildete nach den Worten von Plé "die logische Konsequenz aus dem Glauben, daß künftig die Sozialwissenschaft die Einstellung zu Mensch und Gesellschaft ebenso tiefgreifend wandeln müsse, wie seit der Kopernikanischen Revolution die Naturwissenschaft die Einstellung des Menschen zur Natur gewandelt hätte".

Daß wir heute in Deutschland fast ausschließlich nur noch von "Menschen" und "Gesellschaft" reden, zeigt, in welchem Maße sich jener universalistisch-missionarische Ansatz durchgesetzt hat, der mit dem amerikanischen Verständnis der Sozialwissenschaften und damit dem "re-education"-Programm verbunden war. Was heute unter "politischer Korrektheit" subsumiert wird, ist ein Ausfluß dieses sozialwissenschaftlichen Ansatzes, dessen Konsequenzen der 1994 verstorbene Soziologe Friedrich Tenbruck in seiner Schrift "Die unbewältigten Sozialwissenschaften oder die Abschaffung des Menschen" 1984 wie folgt zusammenfaßte: "Indem die Soziologie 'die Gesellschaft' erfand, erklärte sie sich zu einer Wissenschaft, die mit jedem Schritt ihrer Erkenntnis die wahre, bislang nur unbekannte Ordnung (...) entbergen werde. Jede Soziologie, die 'die Gesellschaft' erfassen will, beansprucht mit der Autorität, über die wahre Ordnung des Daseins (...) zu belehren, auch die moralische Autorität, über die richtige Lebensführung zu unterrichten."

Dieser universalistisch-missionarische Ansatz, der "re-education" und "self-re-education" wesentlich bestimmt hat, hat auch dazu geführt, daß die Deutschen über den Sinn und die Aufgabe von Traditionen nichts mehr zu sagen wissen. Diese Bewußtseinslage kann auch als Entortung bezeichnet werden. Sie markiert die Endstufe der von den Alliierten angestrebten totalen "Auslöschung" aller Traditionen, "auf denen die deutsche Nation errichtet wurde". In welchem Ausmaß dies geschehen ist, hätte wohl selbst die Protagonisten der "re-education" der 1940er Jahre überrascht.

Junge Freiheit vom 12. August 2005

Montag, 08.08.2005

was in Geschichtsbüchern steht


In Geschichtsbüchern steht nur das, was reingeschrieben wurde

**********************

klingt erst mal nicht spektakulär oder erkenntnisreich - kommt noch!

denn, was steht denn nicht drin?

es gab z.B. eine Zeit, in dem es im Volk eines bestimmten Landes Euphorie Tatendrang Geburtenreichtum Zukunftsglaube Hoffnung Energie spürbare Disziplin Sicherheit Kameradschaft also echte "Aufbruchstimmung" gab, von welcher wir heute im Besitz der Exportweltmeisterurkunde nichts aber auch garnichts empfinden.

Nur, waren diese geschichtsrelevanten Begenheiten von den Geschichtsbuchverlegern nicht autorisiert worden, und somit der Nachwelt nicht überbracht worden.

In Geschichtsbüchern steht nur das, was reingeschrieben wurde!

Aber allem Anschein nach nicht das, was wirklich war!

Unsere deutsche Geschichte wurde anscheinend zensiert!
Zu welchem Zweck?
Gruß

Dienstag, 19.07.2005

FKK ...früher NSKK?

Meine Oma erzählte mir immer etwas über NSKK, wenn wir vom FKK Stran kamen!
Das gabs bei uns früher auch, hiess aber eben anders!

Wer kann mir etwas darüber berichten?
(Anlass, war es neu, wer machte mit, wo fand es statt, man liest auch im Wald mit Gymnastischen EInlagen, nicht aussschliesslich beim Baden usw.)

Dienstag, 28.06.2005

Befreiung oder Niederlage oder was

BEFREIUNG ODER NIEDERLAGE ODER WAS ?


GEGEN DIE VERBALLHORNUNG DER 8.-MAI-REDE DES FRÜHEREN BUNDESPRÄSIDENTEN RICHARD VON WEIZSÄCKER


Gerd Schultze-Rhonhof, Generalmajor a. D.


30 Abgeordnete des Deutschen Bundestages der SPD und von Bündnis 90 / Die Grünen haben dem Hohen Hause am 28. April 04 den
folgenden Antrag vorgelegt :


?Der Bundestag wolle beschließen : Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung, die Regierungen der Länder und die
Bürger des Landes auf,
den
bevorstehenden 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im Jahr
2005 in angemessener Weise zu würdigen und zum Anlaß zu nehmen,
insbesondere in der jüngeren Generation das
Bewusstsein über die Ursachen, die Geschichte und die Folgen des Krieges zu schärfen.
Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung...?


Die Mitglieder des VdS ( Verband deutscher Soldatenverbände ) als Bürger des Landes wollen dieser Aufforderung gerne folgen
und der jüngeren Generation das Bewusstsein für die Ursachen des Krieges schärfen.
Das
soll in einer fünf Artikel umfassenden Serie in dieser Zeitschrift
geschehen. Da die Anregung hierzu von Mitgliedern des Deutschen
Bundestages stammt, sollen diese fünf Artikel nicht nur als Sonderdruck
für jugendliche Leser zur Verfügung gestellt, sondern auch den
Mitgliedern des Deutschen Bundestages zur Kenntnis gebracht werden.


Die Rede Richard von Weizsäckers


Das
Thema  ?8. Mai, Tag der Befreiung? hat unser früherer Bundespräsident
Richard von Weizsäcker vor genau 20 Jahren in seiner bemerkenswerten
Rede zum 8. Mai in sehr ausgewogener Weise schon behandelt. Auch wenn
die zwei Formulierungen von der ?Befreiung? und der ?erzwungenen
Wanderschaft von Millionen Deutschen nach Westen? viele Betroffene in
unserem Lande tief verletzt haben, so macht gerade die sehr
ausführliche Behandlung der Schattenseiten dieses 8. Mai in seiner Rede
deutlich, was der Tag für die große Mehrheit der Deutschen damals in
der Realität bedeutet hat: Leid um die Toten, Leid durch Verwundung und
Verstümmelung sowie durch die grauenhaften Bombennächte. Für Millionen
von Deutschen kamen die Vertreibung unter brutalsten Gewaltanwendungen,
Vergewaltigungen, Folter, Not und der Verlust von Heimat und Lebenswerk
hinzu. Von Weizsäcker spricht dieses alles ohne Schonung an. Er stellt
dem das Leid der Opfer der Naziherrschaft gegenüber und stellt heraus,
dass Deutschland an diesem Tage vom Nationalsozialismus befreit worden
ist. So bleibt der 8. Mai für ihn ein Tag mit zwei Gesichtern. Das eine
ist die Niederlage, das andere die Befreiung der Opfer und des ganzen
Volks von einer Ideologie.


Von
dieser Rede ist nach 20 Jahren offensichtlich nur noch ein kleiner Teil
im kollektiven Gedächtnis unseres Volks erhalten, nämlich die
Befreiung. Das aber ist eine Verballhornung dieser Rede und eine
Perversion dessen, was sich vor 60 und mehr Jahren zugetragen hat.


Wir
können uns heute glücklich schätzen, in einer Demokratie zu leben.
Dennoch ist es nicht angemessen, der Generation, die die Kriegs- und
Vorkriegszeit erlebt hat, einzureden, sie sei damals befreit worden.
Das deutsche Volk von 1945 hat sich in seiner Mehrheit damals nicht
befreit gefühlt, auch wenn seine nachgeborene Generation ihre
politischen Freiheiten heute als Segen und Geschenk empfindet.


Die
Deutschen jener Zeit hatten andere und zum Teil zutreffendere
Kenntnisse über die Vorgeschichte und den Ablauf des Zweiten Weltkriegs
als der normale Deutsche heute. Sie wussten, dass sie einen Krieg
verloren hatten, der seinen Ursprung im Unfrieden der europäischen
Völker in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts hatte, also noch vor
dem Ersten Weltkrieg. Hitler war für sie der Katalysator, der diese
Spannungen, statt sie zu kontrollieren, zum Schluß zum Sieden hatte
kommen lassen. Das Volk von 1945 wußte noch, was sich in Europa nach
1920 und vor 1933 - und auch vor 1939 - an Kriegen, Rüstungswettläufen,
internationalen Vertragsbrüchen und Missachtungen des Völkerbundes
außerhalb des Deutschen Reiches abgespielt hatte, Fakten die heutige
Historiker in Deutschland meistens übergehen. Man muß vergangene Zeiten
aus sich selbst heraus erklären. Richard von Weizsäcker sagte deshalb
in seiner Rede richtigerweise: ?Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein
Tag zum Feiern.?


Nur
weil ?Befreiung? in die politischen Reden des Jahres 2005 besser passt,
als ?Niederlage?, und nur weil es Meinungen in dieser Richtung gibt,
sollte man nicht an der Oberfläche bleiben. Der Deutsche Bundestag
sollte in einer Debatte zu der Frage, ob wir am 8. Mai an die
Niederlage oder an die Befreiung denken sollten  - oder auch an beides
- nach dem Kenntnisstand der Bürger 1939 fragen. Das wird klären, ob
die Deutschen 1945 in ihrer Niederlage auch die Befreiung sehen konnten.


Der Tod des deutschen Selbstwertgefühls


Ehe
ich auf die historischen Ursachen dieser Niederlage bzw. der Befreiung
eingehe, sei mir eine übergeordnete Betrachtung erlaubt. Ansichten über
die eigene Geschichte haben historische, politische und
massenpsychologische Dimensionen. Die historische wird Thema dieser
fünf Artikel sein. Die politische wird demnächst den Deutschen
Bundestag bewegen. Die massenpsychologische steht jenseits der zwei
erstgenannten. Sie hat - und das gibt ihr heute ein besonderes Gewicht
- die am weitesten reichenden Konsequenzen.


Das Geschichtsbild eines Volkes ist ein sehr wichtiger Teil seiner Selbstwahrnehmung. Aus der eintausendeinhundertjährigen
Geschichte deutscher Staatlichkeit1

wird heute fast nur noch die Erinnerung an die zwölfeinhalb Jahre des
Dritten Reiches wachgehalten. Diese Zeit verdrängt fast alle anderen
Geschichtserinnerungen aus dem kollektiven Gedächtnis unseres Volkes.
Es wirkt so, als gäbe es einen politischen Alleinvertretungsanspruch
der Nazi-Jahre in der deutschen Publizistik und der Schulausbildung.
Die Mehrzahl aller Deutschen erlebt die eigene Vergangenheit auf diese
Weise als überwiegend verbrecherisch belastet. Dies hat das deutsche
Selbstwertgefühl in einer Radikalität zerstört, dass uns nur noch die
Selbstverachtung bleibt.


In
einer solchen ?nationalen Seelenlage? können weder Solidaritätsgefühle
miteinander, noch Opferbereitschaft füreinander, schon gar kein
Patriotismus wachsen, auf dessen verbliebene Reste der Herr
Bundeskanzler, die Frau Vorsitzende der größten Oppositionspartei und
auch der Herr Wirtschaftsminister hoffen. Die Liebe zum eigenen Land
und Volk ist abgestorben. Den Vorstellungen vom deutschen Volk, vom
deutschen Staat und deutschen Land ist inzwischen jeder ideelle Wert
entzogen. Wen wundert?s da, dass jährlich große Zahlen deutscher
Leistungsträger auswandern, dass Bankhäuser und Industrieunternehmen
sich nicht mehr für ihr ?Mutterland? engagieren, und dass unsere
Zuwanderer sich in ihrer Mehrheit nicht mit dieser ?verbrecherischen?
deutschen Identität belasten wollen und unter anderem auch deshalb
große Integrationsschwierigkeiten haben. Wer will sich schon mit einem
Gastvolk identifizieren, das sich selbst so wenig liebt und achtet. Wir
stecken - wie man daran sieht -  mit unserer Geschichtswahrnehmung in
einer psychologischen Sackgasse.


Politiker,
Publizisten und Pädagogen sollten nicht verkennen, dass sie mit ihrer
einseitigen Betonung der ?Befeiung? eine Deutung von Geschichte
fördern, in der die Rollen von Befreiten und Befreiern und im Gefolge
dessen von Schuldigen und Schuldlosen am Zweiten Weltkrieg eindeutig
festgelegt sind. Je länger dieses simple aber nicht ganz richtige Bild
vermittelt wird, desto kranker wird die deutsche ?Seele?.


Abgesehen
davon, dass die späteren Sieger schon 1943 die bedingungslose
Unterwerfung Deutschlands als ihr Kriegsziel deklarierten, und
abgesehen davon, dass das US-Oberkommando zu Kriegsende erklärte,
Deutschland werde nicht zum Zwecke der Befreiung, sondern als besiegte
Feindmacht besetzt, hält die einfache Verteilung von Schuld und
Unschuld am Entstehen dieses Krieges angesichts der Akten- und
Dokumentenlage keiner Untersuchung stand. Die amtlichen Dokumente der
damals beteiligten Außenministerien sowie die Notizen und Memoiren
englischer, französischer, belgischer, italienischer und amerikanischer
Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber aus den
20er und 30er Jahren belegen vielmehr, dass es außer Deutschland eine
ganze Anzahl von Staaten und Regierungen war, die den Zweiten Weltkrieg
mit verursacht haben.


Der
schweizer Historiker Sacha Zala schrieb in seinem Buch ?Die
legitimatorische Funktion der Geschichtsschreibung, Geschichte im Sinne
der Machteliten darzustellen.? , dass die deutschen Historiker nach
1945 die Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg von vornherein und uni sono
allein Hitler und damit den Deutschen zugeordnet hätten. So seien
deutsche wissenschaftliche Untersuchungen zur Mitschuld ausländischer
Regierungen unterblieben. Wenn man das Standardwerk des
Militärgeschichtlichen Forschungsamts ?Das Deutsche Reich und der
Zweite Weltkrieg? und andere deutsche Geschichtsarbeiten liest, findet
man die Beobachtung des schweizer Historikers bestätigt.


Der
ehemalige israelische Botschafter in Bonn Asher ben Nathan hat einmal
in einem Interview auf die Frage, wer denn 1967 den 6-Tage-Krieg
begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe, erklärt : ?Das ist
gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen
vorausgegangen ist.? Und da sind wir bei der Frage, was den ersten
deutschen Schüssen vom 1. September 1939 vorausgegangen ist ?


Eine
Reihe ausländischer Historiker geht kritisch mit den eigenen
Regierungen der 20er und 30er Jahre ins Gericht. Sie verhehlen dabei
nicht, dass diese den Zweiten Weltkrieg mit verursacht haben. Das
Studium der offiziellen Akten, soweit sie heute zu unserer Einsicht zur
Verfügung stehen, und die Bewertungen dieser ausländischen Historiker
belegen, dass der Zweite Weltkrieg nicht nur einen Vater hatte, den
Diktator Adolf Hitler. Dieser letzte Weltkrieg braute sich bereits zu
einer Zeit zusammen, als Hitler noch ein arbeitsloser Landschaftsmaler
in Wien und München war.


Ohne
Hitler hätte es am 1. September 1939 keinen neuen Krieg gegeben.
Wahrscheinlich aber hätte es ohne Roosevelt, Stalin, die ?Kriegspartei?
in England und die polnische Regierung den Kriegsausbruch von 1939
ebenfalls nicht gegeben. Diese Feststellung mag zunächst verwundern,
ist der Friedenswille aller anderen Staaten 1939 doch
?literaturverbürgt?.


DIE KRIEGSMOTIVE


Sie
werden sich nun fragen, welche Gründe andere Staaten und Regierungen
haben konnten, um einen neuen Weltkrieg zu riskieren oder ihn sogar zu
entfachen. Das alles gehört zu den Ursachen, nach denen die 30
Abgeordneten des Deutschen Bundestages fragen.


Die sowjetischen Kriegsinteressen


Die
Regierung der Sowjetunion wollte die ihr von den Polen 1920
abgenommenen Gebiete Weißrusslands und der Ukraine wiederhaben. Es
handelte sich um das Land, das bis 1772 bzw. 1793 / 1795 zwar zur
Polnisch-Litauischen Union gehört hatte, das die Alliierten
Siegermächte 1919 aber nach den Volkstumsgrenzen Russland zugesprochen
hatten. Dort lebten 1919, vor der polnischen Eroberung, neben 6
Millionen nichtpolnischen Ukrainern, Juden und Weißrussen nur 1,5
Millionen Polen. Der Umgang der Polen mit den Nichtpolen wurde ab 1920
zum Problemfall, den man sowohl in der Sowjetunion als auch in England
und in Frankreich registrierte. So schreibt der MANCHESTER GUARDIAN am
14.12.1931 : ?Die Ukraine ist unter polnischer Herrschaft zur Hölle
geworden. Von Weißrussland kann man dasselbe mit noch größerem Recht
sagen.? Der französische Slawistikprofessor René Martel - zu der Zeit
oft Gast in Polen - schrieb : ?Die Gefängnisse von Lemberg quellen über
von Ukrainern aller Schichten, deren einziges Verbrechen darin bestand,
Ukrainer zu sein oder Ukrainisch zu sprechen.? 1930 klagte der
griechisch-katholische Metropolit von Lemberg, Erzbischof Szeptyćkyj,
in einem Brief :  ?Die polnischen Strafexpeditionen ruinieren unsere
Dörfer, unsere Schulen und unsere wirtschaftlichen Einrichtungen. Es
handelt sich um eine krisenhafte Zuspitzung eines Systems der
Verfolgung, das seit 1920 nicht mehr aufgehört hat.?


Auch
wenn es die kommunistische Sowjetregierung in den 20er und 30er Jahren
nicht gestört haben mag, dass Polen in der damals ostpolnischen Ukraine
und in Weißrußland 95 orthodoxe Kirchen zerstört und abgefackelt
hatten, so konnten die Sowjets diese Drangsal an Weißrussen und
Ukrainern nicht auf Dauer ohne Konsequenzen gegenüber Polen dulden. Die
Rückeroberung der eigenen Minderheiten, die in ?Ostpolen? immerhin eine
Vierfünftel-Mehrheit bildeten, war ein naheliegendes Motiv.


Im
Hintergrund wirkte außerdem Stalins langfristige Absicht, die
bürgerliche Ordnung in Zentraleuropa durch die kommunistische zu
ersetzen. Er versuchte, dazu in Europa die Voraussetzungen für einen
Krieg der Briten, Franzosen und Deutschen gegeneinander zu schaffen.
Nach seiner Rechnung wäre Mitteleuropa nach einem solchen Kriege so
verwüstet und verarmt, dass die Bevölkerung dort reif und bereit für
eine kommunistische Gesellschaftsordnung gewesen wäre. Stalin ließ zu
diesem Zwecke 1939 fast gleichzeitig mit England, Frankreich und dem
Deutschen Reich verhandeln, um den drei Parteien den Rücken für einen
Krieg gegeneinander zu stärken2
.
Er bot Paris und London bis zu 120 Heeresdivisionen, wenn Briten und
Franzosen dafür zum Krieg mit Deutschland schritten. Doch beide Staaten
wollten dazu nur wenig eigene Truppen zur Verfügung stellen und den
Sowjets die Hauptlast eines solchen Krieges überlassen. Das jedoch lag
nicht in Stalins Absicht. So setzte der sowjetische Diktator auf die
deutsche Karte, gab Hitler die Nichtangriffsgarantie vom 23.8.39 und
hoffte, dass der deutsche Diktator mit dieser Rückendeckung den ersten
Schritt zum Kriege tun würde. Wegen der britisch-polnischen
Garantieerklärung vom März 1939 konnte er ja damit rechnen, dass Briten
und Franzosen nach dem ersten deutschen Schritt dem Deutschen Reich den
Krieg erklären würden. Stalins Rechnung in Bezug auf den
deutsch-englisch-französischen Krieg ging schon 10 Tage später auf.
Dies alles hatte mit einer Befreiung Deutschlands nichts zu tun.


Die polnischen Kriegsinteressen


Die
polnische Regierung von 1939 hätte nur ein einziges Interesse haben
dürfen: die Konsolidierung und Bewahrung des von ihr geführten
Vielvölkerstaats. Dazu hätte es einer Ausgleichspolitik im Inneren und
nach außen hin bedurft, dh. zu allen Nachbarstaaten und mit den 11
Millionen Nichtpolen im eigenen Lande. Doch die polnische Regierung war
1939 in dieser Hinsicht in ihrer seit 1920 verfolgten Politik gefangen.
Mit einer Außenpolitik, die mal die West- und mal die Ostausdehnung des
eigenen Landes zu einem Staat Großpolen anstrebte, hatten die Polen
zwischen 1919 und 1938 Kriege und Invasionen gegen die Sowjetunion,
gegen Litauen, Deutschland und die Tschechoslowakei begonnen und
geführt und sich damit alle Nachbarn außer den Letten und Rumänen zum
Feind gemacht. Dazu kam eine drakonische Polonisierung der Minderheiten
an Ukrainern, Juden, Deutschen, Weißrussen, Litauern und Ungarn in
Polen, die sich in den 30er Jahren zu einer massiven Verfolgung und
Unterdrückung auswuchs, und den 19 Millionen Polen 11 Millionen Feinde
im eigenen Land bescherte.


Das
Volk der Polen und mit ihm die Regierung seit 1919 fühlten sich als die
legitimen Erben der Polnisch-Litauischen Union, in der die Polen bis
1772 als Oberschicht über viele Völker fremder Sprache herrschten.
Dieses Reich der Polen und Litauer reichte lange Zeit etwa 250 Km nach
Osten in den russischen Sprachraum hinein und umfasste für begrenzte
Zeit auch Gebiete mit deutschsprachiger Bevölkerung im Westen. Die
polnische Elite von 1919 wollte geographisch an 1772 anschließen. So
sagte der polnische Delegierte bei den Versailler Verhandlungen
Dmowski, dass die dem neuen Staate Polen zugestandenen Gebiete ?nur
eine Anzahlung auf ein wirkliches Großpolen sind.?3
Polen verlangte in Versailles, dass ihm auch Teile von Pommern, ganz Ostpreußen und Oberschlesien angeschlossen werden müsse.


Die
Forderungen der Polen verstummten nicht bis es zum Zweiten Weltkrieg
kam. Der Stellvertretende Ministerpräsident Grabski schrieb 1923: ?Vor
allem besteht für die Machtpolitik Polens noch immer dasselbe
grundlegende Dilemma, das auf unserer ganzen bisherigen Geschichte
lastet, nämlich die Frage: Welche Richtung soll die Expansion des
polnischen Volkes einschlagen??  Im Oktober 1925 stand in der GAZETA
GDANSK zu lesen: ?Polen muß darauf bestehen, dass es ohne Königsberg,
ohne ganz Ostpreußen nicht existieren kann. Wir müssen jetzt in Locarno
fordern, dass ganz Ostpreußen liquidiert wird.?  1930 in der
regierungsnahen MOCARSTWOWIEC : ?Unser Ideal ist, Polen mit den Grenzen
an der Oder im Westen und der Neiße in der Lausitz abzurunden....Wir
werden die ganze Welt mit unserem Krieg gegen Deutschland überraschen? 
1933 bot die polnische Regierung der französischen dreimal in
Geheimverhandlungen an, gemeinsam mit Frankreich einen Krieg gegen
Deutschland zu eröffnen.4
 Im
Juni 1939 berichteten zwei Beamte des englischen Auswärtigen Amts nach
einer ?fact finding mission? durch Polen von ihren
Sondierungsgesprächen im polnischen Generalstab: ? jedenfalls schien
die allgemeine Auffassung zu sein, dass Ostpreußen von Polen annektiert
werden müsse.?


Die
polnischen Kriegsmotive schienen, nach allem, was wir heute über die
militärischen Kräfteverhältnisse von 1939 zwischen Polen und
Deutschland wissen, illusorisch. Doch ab dem Frühjahr 1939 begannen die
englischen und französischen Regierungen die polnische zu drängen, bei
den laufenden deutsch-polnischen Verhandlungen gegenüber Deutschland
hart zu bleiben. Es ging bei den Gesprächen zwischen Warschau und
Berlin um den zukünftigen Status der 1920 von Deutschland abgetrennten
Hansestadt Danzig, um die Verkehrsverbindungen zwischen dem
Reichsgebiet und dem 1919 abgetrennten Ostpreußen und den
Minderheitenschutz der in Polen verbliebenen einen Million
Volksdeutsche.


Im
März 39 schlossen England und Polen einen Vertrag zur gegenseitigen
Militärunterstützung für den Fall eines deutsch-polnischen Konflikts um
Danzig. Im Mai 39 sagte der französische Oberbefehlshaber General
Gamelin dem polnischen Kriegsminister Kasprzycki den Angriff des
französischen Heeres gegen Deutschland für eben den gleichen Fall zu.
Auch die USA signalisierten den Polen, daß sie auf ihrer Seite ständen.
Und die Sowjetunion verhandelte bis zum Tage vor dem Abschluß des
Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakts mit Großbritannien und
Frankreich über einen gemeinsamen Krieg gegen Deutschland. Über die
Gespräche wurde Polen ständig informiert. So glaubte man in Polen mit
dem Versprechen der Briten und Franzosen, der Unterstützung der USA und
der Illusion, die Sowjets ständen auf Seiten der Briten und Franzosen,
bis kurz vor Kriegsbeginn, man könne einen Krieg gegen Deutschland
leicht gewinnen.


Auch dieses alles hatte mit einer Befreiung der Deutschen nichts zu tun.


Die deutschen Kriegsinteressen


Als erstes springt ins Auge, dass Hitler am 1. September 1939 ?wegen Danzigs? einen Krieg eröffnet. Doch das war nur der Anlaß.
Die Gründe lagen tiefer.


Deutschlands
Lage vor dem Zweiten Weltkrieg wurde von Verhältnissen geprägt, die
weitestgehend Folgen von Versailles waren. Das Deutsche Reich beendete
den Ersten Weltkrieg zwar mit Schulden, doch nicht überschuldet. Ein
?normales? wirtschaftliches und demokratisch liberales Weiterleben wäre
nach einem Ausgleichsfrieden 1919 durchaus möglich gewesen. Doch die
dem Deutschen Reich 1920 ohne Verhandlungen auferlegten
Friedenskonditionen belasteten die junge deutsche Nachkriegsrepublik in
einer Weise, die den besiegten Deutschen eine Reihe von massiven
Gründen hinterließen, den in Versailles festgelegten Status
Deutschlands wieder zu verbessern. Die Gründe lagen auf den Gebieten
der Wirtschaft und der deutschen Landesteile, die gegen das
?Selbstbestimmungsrecht der Völker? von Deutschland abgetrennt und
Nachbarstaaten zugeschlagen worden waren, also gegen den Willen der
dort lebenden deutschen Mehrheitsbevölkerung.


Die
20 Reichsregierungen vor Hitlers Amtsantritt versuchten, die
Verbesserung der Lage Deutschlands auf dem Verhandlungswege
durchzusetzen. Die Regierungen der Siegermächte kamen ihnen in keinem
wesentlichen Punkt entgegen. Ab 1933 versuchte auch Hitler, die
Sanktionen des Versailler Vertrages auf dem Verhandlungsweg zu lockern,
was ihm in keinem Fall gelang. Erst als er ab 1934 pokerte und ab 1937
mit Gewalt drohte, konnte er eines der Versailler Probleme nach den
anderen lösen. Dies ging so lange gut, bis er den Bogen überspannte und
den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hat. So wurden aus den vitalen
Interessen der Deutschen Interessen, die den Krieg auslösten. Der
damalige britische Botschafter in Berlin Henderson schrieb dazu: ?Die
Nachkriegserfahrung hatte Nazi-Deutschland unglücklicherweise gelehrt,
dass man ohne Gewalt oder Androhung von Gewalt nichts erreichen
konnte.?5
 


Das
erste vitale Interesse lag auf wirtschaftlichem Gebiet. Deutschland
hatte ab 1920 Reparationen in nicht einlösbaren Dimensionen zu
bezahlen. Die Schuldverschreibungen zur Bezahlung der letzten Zinsen
für die Reparationen aus dem Ersten Weltkrieg muß die Bundesrepublik
Deutschland bis zum Jahr 2010 einlösen.6


Das
besiegte Deutschland hatte seine Handels-Hochseeflotte und einen großen
Anteil seines Eisenbahn- und LKW-Fuhrparks an die Sieger abzugeben. Es
verlor 3 seiner 4 Kohle-Reviere an zwei Nachbarstaaten, dazu 75% der
Eisenerzvorkommen, große Landwirtschaftsgebiete, die privaten
Auslandsvermögen7
und
die Auslandsniederlassungen der deutschen Wirtschaft. Deutschland
musste 26% des Wertes seiner zukünftigen Exporte als Strafe an die
Sieger zahlen und sich die Masse seiner Reparationszahlungen als
Kredite im Ausland borgen. So waren die Lage der deutschen Wirtschaft,
des Außenhandels und der Devisen nach 10 Friedensjahren katastrophal.
Die Sieger gaben Deutschland keine Chance zur Erholung. Die deutsche
Bevölkerung brauchte bedingt durch die Gebietsverluste mehr
Lebensmittel- und Rohstoffimporte als vor 1914. Die Devisen hierfür
mussten im Ausland verdient werden. Gleichzeitig weigerte sich das
Ausland, Importe aus Deutschland aufzunehmen. Die Zölle auf deutsche
Waren wurden ständig erhöht, deutsche Importe im Ausland kontingentiert
und zu alledem deutsche Exporterlöse im Ausland beschlagnahmt, um damit
außenstehende Reparationsforderungen zu bedienen. Dieses alles führte
neben der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre zu einem
Wirtschaftskollaps im besiegten Deutschland. Die Folgen waren
Massenarbeitslosigkeit und die Verelendung breiter Schichten der
Bevölkerung.


Ab
1934 begann das Deutsche Reich, sich aus dem Strudel von Devisenmangel,
Wirtschaftslähmung und Arbeitslosigkeit zu lösen. Es schloß mit 26
anderen devisenarmen Ländern in Südamerika und Südosteuropa bilaterale
Handelsverträge und führte mit ihnen den devisenfreien Handel auf
Verrechnungsbasis ein ( z B. deutsche Lokomotiven gegen chilenische
Linsen ). Dies führte zu neuen Spannungen mit England und den USA. Zum
einen ?graste Deutschland damit im Vorgarten der USA?. Zum anderen
waren die Banken in London und New York aus dem Kreditgeschäft zur
Vorfinanzierung des Außenhandels dieser 27 Staaten ausgeschlossen, das
bis dahin ihre Domäne gewesen war. Dies war, mit den Augen der großen
Welthandelsländer gesehen, eine deutsche ?Kriegserklärung?.


Augenfälliger
als diese stille Auseinandersetzung waren jedoch andere Folgen des
deutschen Wirtschaftsdesasters nach dem Ersten Weltkrieg. Der Diktator
Hitler leitete aus der Not der deutschen Bevölkerung, aus den Verlusten
wichtiger Landwirtschafts- und Bergbauregionen und aus der Behinderung
Deutschlands im Welthandel seine Begründungen ab, mit denen er seine
These rechtfertigte, dass Deutschland ?Lebensraum im Osten? bräuchte.
Hitler stellte diese Forderung nach Lebensraum zum ersten Mal konkret
in seiner geheimen Rede vom 5.11.1937 8

Er nannte dabei den Anschluß Österreichs und die Annexion der Tschechei
als die konkreten Ziele ?um das Anrecht auf größeren Lebensraum? zu
befriedigen. Weitere konkrete Ziele mit Bezug auf eine
Lebensraumerweiterung erwähnte Hitler bis zum Kriegsbeginn keinmal,
auch nicht in Bezug auf Polen. Der spätere Konflikt mit Polen hatte im
wesentlichen andere Gründe. So sind die vitalen deutschen
Wirtschaftsinteressen 1939 noch keine Kriegsinteressen. Sie werden es
aus Hitlers Sicht erst 1941 mit dem Versuch, die Sowjetunion zu
erobern.


Das
zweite vitale Interesse Deutschlands lag bei den Landesteilen, die
zwischen 1919 und 21 durch Spruch der Siegermächte abgetrennt und
Nachbarstaaten angegliedert worden waren. So waren Territorien mit
deutschsprachiger Bevölkerung zwangsweise an Frankreich, Belgien,
Polen, Litauen und an die Tschechoslowakei abgegeben worden.
Deutschland verzichtete gegenüber Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg
dreimal vertraglich auf Ansprüche auf Elsaß-Lothringen. Doch mit den
östlichen Nachbarstaaten waren solche Verträge nicht geschlossen worden.


Außenminister
Stresemann ( Deutsche Volkspartei ) sagte und schrieb 1925 dazu: ?Eine
meiner wesentlichen Aufgaben ist die Korrektur der Ostgrenzen: Die
Wiedergewinnung Danzigs, des polnischen Korridors und eine Korrektur
der Grenzen Oberschlesiens.? und ?DieVerpflichtung, von jedem Angriff
abzusehen, sind wir im Westen eingegangen. Wir haben sie für den Osten
abgelehnt. ... Der Völkerbund lässt den Krieg frei, wenn in politischen
Fragen eine Einigung nicht zu erzielen ist. Ich strebe zwar keine
kriegerischen Auseinandersetzungen an, schließe aber auch
Grenzänderungen im Osten nicht aus, wenn die unmögliche Grenzziehung im
Osten einmal Verhältnisse herbeiführen sollte, die dies erforderlich
machen.? Dies waren die Richtlinien deutscher Außenpolitik nach Osten,
8 Jahre bevor Adolf Hitler deutscher Kanzler wurde.


Danzig
war zu der Zeit zu 97% deutsch bewohnt, die ehemalige preußische
Provinz Westpreußen noch 1918 zu 70%. In Oberschlesien stimmten 1921 
61% der Bevölkerung für den Verbleib bei Deutschland. Im Memelgebiet
stimmten im Dezember 1938  87% der Bevölkerung für einen Wiederanschluß
an das Deutsche Reich. Und in den neugeschaffenen Vielvölkerstaat
Tschechoslowakei waren 3 Millionen Deutsche gegen ihren Willen
eingegliedert worden.


Keiner
der genannten Nachbarstaaten hielt seine den Siegermächten abgegebenen
vertraglichen Zusagen über die Menschenrechte und die politischen
Rechte der deutschen Minderheiten ein. In Polen waren die Verhältnisse
am ärgsten. Nachdem die polnische Regierung das
Minderheitenschutzabkommen von 1920 einseitig gekündigt hatte, hatte
die Reichsregierung 1934 ein neues Abkommen zum Schutz der deutschen
Minderheit in Polen geschlossen. Als auch das nicht eingehalten wurde,
schloß die deutsche Regierung im November 37 ein drittes. Auch das
verlor im Frühjahr 39 seine Wirkung. Deutschen in Polen wurden ihre
Geschäfts- und Betriebslizenzen abgenommen, ihre Arztapprobationen
entzogen, Bauernhöfe angesteckt, Geschäfte boykottiert und Deutsche auf
offener Straße verprügelt. Der ukrainischen und der weißrussischen
Minderheit in Polen erging es damals gleichschlecht.


Volksdeutsche,
die versuchten, diesem Drama durch die Flucht nach Deutschland zu
entgehen, wurden an der Grenze beschossen und erschossen wie Jahrzehnte
später Deutsche auf der Flucht aus der DDR in die BRD. Trotzdem gelang
allein im August 1939 etwa 80.000 Volksdeutschen die Flucht nach
Deutschland. Der damalige Staatssekretär von Weizsäcker schrieb dazu:
?Unsere diplomatischen und Konsularberichte aus Polen zeigten, wie 1939
die Welle immer höher auflief und das ursprüngliche Problem, Danzig und
Passage durch den Korridor überdeckte.?


Die
Reichsregierung hatte 1939 der englischen, der polnischen und der
französischen Regierung wiederholt mitgeteilt, dass die
deutsch-polnischen Differenzen wegen der humanitären Tragödie der
Volksdeutschen in Polen ?noch in diesem Jahr?, noch 1939 geregelt
werden müssten.


Das
zweite, nicht so drängende Problem war der ?Freistaat? Danzig. Die
deutsche Hansestadt war 1920 ein eigenes Staatsgebilde, losgelöst vom
Deutschen Reich geworden. Polen genoß im Freistaat Hafen-, Zoll-, Post-
und Verkehrsprivilegien und hatte Danzig diplomatisch nach außen zu
vertreten. Danzig unterstand dem Völkerbund, nicht Polen. Die Danziger
Bevölkerung hatte wiederholt ihren Wiederanschluß an das Deutsche Reich
gefordert.


Ein
drittes, dringendes Problem war die Verkehrsanbindung des 1919
abgetrennten Ostpreußen an das Reichsgebiet. Zwischen Pommern und
Ostpreußen lag nun polnisches Gebiet, der sogenannte Korridor.
Deutschland musste für den Verkehr vom Reich nach Ostpreußen
Transitgebühren in Zloty zahlen. Doch der deutsch-polnische Handel
erbrachte nicht genügend Zloty, mit denen man die Transitgebühren hätte
zahlen können. Andere Devisen wurden nicht akzeptiert. So schloß die
polnische Regierung wegen nicht bezahlter Transits eine Straßen- und
eine Schienenverbindung nach der anderen. Für den Ersatzverkehr der
Waren und Güter über die Ostsee reichten mit der Zeit die
Hafeneinrichtungen in Ostpreußen nicht mehr aus. So begann Ostpreußen,
wirtschaftlich auszutrocknen. Infolgedessen forderte die Deutsche
Reichsregierung von den Polen exterritoriale Schienenwege und eine
exterritoriale Autobahn durch den polnischen Korridor nach Ostpreußen.


Die
drei Punkte, Wahrung der Menschenrechte der Volksdeutschen,
Wiederangliederung Danzigs an das Deutsche Reich und Bau
exterritorialer Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen waren die drei
Ziele, über welche die Reichsregierung seit Oktober 1938 mit der
polnischen Regierung verhandelt hat. Als Gegenwert bot Hitler die
Anerkennung der polnischen Gebietserwerbungen in Oberschlesien,
Westpreußen und Posen. Solche Zugeständnisse hatte Polen von keiner der
20 Reichsregierungen vor Hitler haben können. Damit war Deutschlands
bisheriges vitales Interesse an Gebiets- und Grenzkorrekturen gegenüber
Polen erstmals seit 1919 auf Menschenrechte, Danzig und die
Korridorpassagen reduziert. Als Polen 1938-39 keine dieser deutschen
Forderungen akzeptierte, wurden diese am 1.9.1939 die deutschen
Kriegsziele.


Französische Kriegsinteressen


Frankreich
hatte 1918 sein Interesse, Deutschland links des Rheines und Luxemburg
zu annektieren, in den Versailler Verhandlungen gegen das Veto Englands
und der USA nicht durchsetzen können. Lediglich das Elsaß und
Lothringen gingen für dauernd und das deutsche Saargebiet vorläufig an
Frankreich. So blieb die Erweiterung Frankreichs bis zum Rhein und
Belgiens Grenzen insgesamt ein unerfüllter Wunsch.


Mit
Versailles war es Frankreich allerdings gelungen, Deutschland
wirtschaftlich und militärisch zu enthaupten und selber erste Macht des
Kontinents zu werden. Ab 1935  mit dem Wiederanschluß des Saargebiets
an Deutschland, 1936 mit der Wiederbesetzung des deutschen Rheinlands
durch die Wehrmacht und mit der Wiederaufrüstung der deutschen
Streitkräfte hatte Frankreich dann einen seiner Versailler ?Gewinne?
nach dem anderen verloren. Der Wehrmachtswiederaufbau schürte in
Frankreich neue Ängste. Man befürchtete, dass ein wieder starkes
Deutschland doch noch Ansprüche auf Elsaß-Lothringen erheben könnte.
Immerhin hatte das Elsaß im Jahre 1900 eine zu 88% deutschsprachige
Bevölkerung. Deutschland hatte Frankreich nach 1918 - wie bereits
erwähnt -  dreimal vertraglich zugesagt, endgültig auf beide
Landesteile zu verzichten. Doch die französischen Regierungen schenkten
dem offensichtlich keinen Glauben.


So
versuchte Frankreich, jede Revision des Versailler Vertrags zu
deutschen Gunsten zu verhindern und dies konsequenter Weise auch im
Falle Danzigs und des deutsche Wunschs nach krisensicheren,
exterritorialen Verkehrsverbindungen durch den polnischen Korridor. Die
Sicherung des Elsaß und Lothringens und das Zurückstutzen Deutschlands
auf das ?Versailler Maß? waren 1939 Frankreichs Kriegsinteressen. Ein
Gedanke an eine Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus spielte
dabei keine Rolle.


Englands Kriegsinteressen


Englands
Kriegsinteressen waren nach dem Ersten Weltkrieg saturiert. Die
deutsche Kriegs- und Handelsflotte waren dezimiert bzw. an die Sieger
übergeben. Deutschlands Außenhandel war vom Markt verschwunden. Das
Empire hatte sich die Mehrzahl der deutschen Kolonien einverleiben
können. Und das kaiserliche Deutschland war als erste Macht des
Kontinents zerschlagen. Wie Churchill in seinen Memoiren schrieb, war
es seit 400 Jahren die Aufgabe britischer Außenpolitik, sich der
jeweils stärksten Macht auf dem Kontinent ?entgegenzustellen?. Das war
gelungen.


Ab
1937 stieg das Deutsche Reich erneut wirtschaftlich und militärisch zur
stärksten Macht Zentraleuropas auf. Dazu kam, dass Hitler wiederholte
Male in Frankreich und in England die spätere Rückgabe der ehemals
deutschen Kolonien oder Kompensation dafür gefordert hatte. Damit
entstanden für die Briten drei alte Probleme: erstens die wachsende
Wirtschaftskraft und Konkurrenz der Deutschen, zweitens eine neue
stärkste Macht in Zentraleuropa und drittens der Anspruch Hitlers auf
die Kolonien.


Hitler
hatte einerseits 1935 im Deutsch-Britischen Flottenabkommen die
maximale Stärke der deutschen Seestreitkräfte vertraglich und
tatsächlich auf ein Drittel der englischen begrenzt. Andererseits hatte
er im Frühjahr 1939 aus dem Rest der inzwischen zerfallenen
Tschechoslowakei, also der Tschechei, ein deutsches Protektorat gemacht
und hiermit ein dem britischen Premierminister zuvor gegebenes Wort
gebrochen. Damit war den Briten klar, dass Hitler notfalls über Leichen
gehen würde.


Für
die politische Elite Englands war nun abzusehen, dass Hitler nach einer
friedlichen Danzig-Regelung zu Deutschlands Gunsten auch den letzten
noch offenen Punkt der Versailles-Revision auf die Tagesordnung bringen
würde, die Rückgabe der ehemals deutschen Kolonien. So versuchte die
britische Regierung 1939, Hitler mit der Danzig-Angelegenheit eine
Hürde aufzubauen, an der er springen oder halten musste, also von sich
aus Krieg beginnen oder auf die Heimkehr Danzigs und den Schutz der
deutschen Minderheit in Polen verzichten. Und letzteres war kaum noch
möglich. England schloß dazu im März 1939 einen Britisch-Polnischen
Beistandspakt, um Polen in der Danzig-Frage stark zu machen.


Eine
Woche vor Kriegsbeginn hat die britische Regierung der deutschen dann
vorgetäuscht, sie würde in der Danzig-Angelegenheit zwischen Warschau
und Berlin vermitteln, und der polnischen Regierung hat sie dann
verschlüsselt mitgeteilt, sie sollte zwar verhandeln, bräuchte aber
dabei nicht auf die deutschen Forderungen einzugehen. Damit war der
Ausbruch eines weiteren Weltkriegs kaum noch aufzuhalten.


 


1 Seit der Wahl Konrad I im Jahre 911 zum ersten deutschen König betrachtet.


2 Daten , Fakten und Quellen hierzu siehe ?1939, der Krieg, der viele Väter hatte? Seiten 427ff und 526f


3
Dieses und die folgenden Zitate sind ausführlich und mit Quellenangaben
im Buch ?1939 Der Krieg, der viele Väter          hatte? zu finden.


4 Polnischer Generalstab, 1951, Band I, Teil 1


5 Henderson ?Failure of a Mission - Berlin 1937-39?  London  1940  Seite 197


6 BMF - VB 2 - O  1266 B - 16/96 vom 27.11.1996


7 Nur die Vermögen in den USA wurden später zurückerstattet.


8 Mit dem sog. Hoßbach-Protokoll überliefert.


Anmerkung der SWG: Diese Präsentation erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Soldat im Volk. Sie wurde aus der
Ausgabe vom Juni 2004 übernommen und wird fortgesetzt.


Zur Fortsetzung klicken Sie bitte HIER


Als weiterführende Lektüre empfehlen wir das Buch: 1939 Der Krieg, der viele Väter hatte vom selben Autor. Es ist die Grundlage der Artikelserie. Siehe auch unseren Hinweis in ?Buchbesprechungen?.


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1945 - Jahr der Befreiung?




1945 - Jahr der Befreiung?

Politiker und Medien feiern den Sieg der Alliierten über das Deutsche Reich.

Von ?Befreiung? ist die Rede, von ?Frieden? und ?Recht?. Doch hatten die Besatzungstruppen im Frühjahr 1945 tatsächlich Demokratie, Humanität und Friedfertigkeit im Marschgepäck? 60 Jahre nach Kriegsende wird es Zeit, nach verdrängten historischen Fakten zu fragen. Denn Wahrheit ist immer das Ganze, sie ist nicht teilbar und die Voraussetzung für Gerechtigkeit. Und Erinnern darf nie einseitig und unvollständig sein! Die ?bedingungslose Kapitulation? bedeutete nicht das Ende der Feindseligkeiten. Nur die deutsche Seite legte die Waffen nieder. Die andere setzte Zerstörung, Mord, Plünderung und Eroberung unbarmherzig und ungehindert fort.


Geschändete Frauen und Mädchen

Deutsche Frauen und Mädchen waren monatelang Freiwild für eine entmenschte Soldateska. Selbst Kinder verschonte man nicht. 2 Millionen weibliche Opfer wurden verschleppt und vergewaltigt. 240.000 Frauen überlebten das nicht, darunter Zehntausende, die in ihrer Verzweiflung Selbstmord begingen. Auch vor jüdischen Frauen machte der alliierte Notzucht -Terror nicht Halt. Sogar an Leichen vergingen sich die Verbrecher. Im Raum Karlsruhe, Pforzheim, Freudenstadt machten französische Vergewaltiger Tage und Nächte lang Jagd auf unsere Mütter und Großmütter. Bei der deutschen Wehrmacht mußten Vergewaltiger mit der Todesstrafe rechnen. Bei den Siegermächten war der ?sexuelle Holocaust? kein Delikt, sondern Teil einer umfassenden Demoraliserungs- und Vernichtungsstrategie.

Gefangenschaft und qualvolles Sterben

12 Millionen deutsche Männer wurden zu Kriegsgefangenen und ausgebeuteten Zwangsarbeitern. ?Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke der Befreiung, sondern als besiegte Feindnation?, verkündeten die Sieger. Auch ein Deutschland ohne NS-Regime hätte man bekriegt, bekannte Premier Winston Churchill in seinen Memoiren (Weltkrieg II, Band 1). Etwa 3,2 Millionen deutsche Soldaten verreckten in alliierter Gefangenschaft - unter freiem Himmel in den Rheinwiesenlagern der Amerikaner, in sibirischen KZs der Sowjets, in französischer Obhut... überall hat man die Genfer Konvention mit Füßen getreten. ?Es ist nicht damit getan, Deutschland zu besiegen. Es muß ausgelöscht werden!? , hetzte der russische Propagandist Ilja Ehrenburg, für den es ?nichts lustigeres als deutsche Leichen? gab.

Zum Dank tragen Straßen in deutschen Städten noch heute seinen Namen! Bis Anfang der 50er-Jahre fielen den sadistischen Henkern und Verhörspezialisten unserer ?Befreier? noch Tausende deutsche Gefangene zum Opfer. Ihre ?Geständnisse? wurden oft durch schreckliche Folter erpreßt. Alliierte Gesetze verboten unabhängige Untersuchungen oder ließen, wie in den ?Nürnberger Prozessen?, kein Entlastungsmaterial zu!

Ausrottung durch Hunger und Krankheit

Die amerikanisch-russischen Pläne zur Vernichtung Deutschlands (Kaufmann, Hooton, Delmer, Morgenthau, Nizer, Stalin) wurden nach dem 8. Mai 1945 teilweise verwirklicht. Die systematische Zerstörung aller Lebensgrundlagen führte zur gewollten Hungerkatastrophe von 1946 und 1947. Englands Außenminister Hynd vor dem Unterhaus 1947: ?23 Millionen Deutsche stehen vor dem Hungertod.? Bis 1950 starben - mitten im ?Frieden? - 5,7 Millionen Zivilisten an Nahrungsmangel und Kälte. Unzählige trugen schwere Folgeschäden davon.

Vertreibung, Landraub, Völkermord

Rund 17 Millionen deutsche Zivilisten wurden bis 1949 von Polen, Russen, Tschechen, Ungarn, Serben u.a. gewaltsam aus Ostdeutschland und den ehemaligen Kronländern Alt-Österreichs vertrieben. Etwa 3,3 Millionen Menschen - überwiegend Frauen und Kinder - kamen dabei um. Ein Drittel des Reichsgebietes wurde völkerrechtswidrig abgetrennt und von den östlichen Nachbarstaaten einverleibt. Ungesühntes Unrecht bis heute. Von einer verrohten Linken (?Antifa?) gefeiert, von christlichen Gutmenschen verharmlost: Bundespräsident v. Weizsäcker (CDU) sprach von ?unfreiwilliger Wanderschaft? (! ).

Demontage und Enteignung

Fast der gesamte private und öffentliche Besitz der ?befreiten? Deutschen wurde zur Siegerbeute. Das deutsche Auslandsvermögen beschlagnahmt. Was nicht niet- und nagelfest war, hat man demontiert und weggeschleppt. Maschinen, Fahrzeuge, ganze Fabriken, Güterzüge voll Hausrat, Kunstsschätzen, Plänen, über 540.000 Patente und Produkt-Lizenzen. Wälder wurden gerodet und verschifft. Die Häfen in Hamburg und Bremen zerstört. Wissenschaftler wurden reihenweise entführt, um sie für die Rüstungsprojekte der Sieger arbeiten zu lassen. Nie wieder sollte Deutschland seine führende Stellung in Forschung und Technik zurückgewinnen. Deshalb erließ man ein totales Forschungsverbot. ?Es ging beim II. Weltkrieg auch um die Erringung der deutschen Absatzmärkte? (Churchill am 18.1.1945).

Nur Günstlinge der Sieger erhielten Presse-, Rundfunk- und Wochenschau-Lizenzen

Nur wer sich dem Willen der Besatzer beugte, bekam eine Erlaubnis zum öffentlichen Auftritt in Zeitung, Radio, Theater usw. Führungspositionen in der Verwaltung standen nur den Exil-Heimkehrern und Kollaborateuren offen. Anpassung und Unterordnung war die einzige Überlebenschance für die arbeits- und rechtlosen Deutschen. Die erzwungene Duckmäuser -Mentalität der Entnazifizierungszeit ist noch Jahrzehnte später in allen gesellschaftlichen Bereichen des Vasallenstaates BRD zu spüren.

Umerziehung geht heute weiter

Die Feind-Propaganda der Sieger wurde nach dem 8. Mai 1945 zur herrschenden Meinung. Sie war Richtschnur für Politiker, Lehrstoff in den Schulen, Bußübung in den Kirchen. Alles Deutsche galt fortan als Makel. Das Fremde in Sprache, Gesittung und Tradition sollte die Wesensart und Überlieferung der Deutschen verdrängen. Das ist beinahe gelungen: Unsere Parteien handeln immer wieder gegen deutsche Interessen. Man huldigt dem Götzen Globalisierung, gestattet den Ausverkauf der deutschen Wirtschaft, fördert die Zuwanderung ebenso wie die Amerikanisierung von Sprache und Kultur. Der importierte Liberalismus duldet Chaos, Gewaltverherrlichung, Kriminalität, hunderttausendfache Tötung ungeborenen Lebens, Bildungsverlust, Werte- und Leistungsverfall. Gemeinschaftsstiftende Ideale, natürliche Bindungen und geistige Autoritäten verunglimpft man als ?rechtsextrem? oder ?faschistisch?.

Bücher gegen das Vergessen

* Caspar von Schrenck-Notzing: ?Charakterwäsche?. Die Reeducation der Deutschen und ihre bleibenden Auswirkungen. ARES-Verlag, www.buecherquelle.at

* Gerhard Baumfalk: ?Tatsachen zur Kriegsschuldfrage?. GRABERT-Verlag, www.grabert-verlag.de

* H. Wellems / R. Oltmann: ?Deutschland ausradieren?. Das 20. Jahrhundert in entlarvenden Zitaten. ARNDT-Verlag, Kiel

* Jörg Friedrich: ?Der Brand? . Deutschland im Bombenkrieg 1940 - 1945. PROPYLÄEN-Verlag

* Dr. Klaus Rainer Röhl: ?Verbotene Trauer? . Ende deutscher Tabus. UNIVERSITAS-Verlag

* Dr. Gert Sudholt: ?Ungesühnt? . Anglo-amerikanische Kriegsverbrechen 1939 - 1945. DRUFFEL-Verlag,
* Inning am Ammersee, www.sudholt.de

* Gerd Schultze-Rhonhoff: ?1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte?. OLZOG-Verlag, www.olzog.de

* Karsten Kriwat: ?Der andere Holocaust? . Die Vertreibung der Deutschen im Osten 1944 - 1949. www.dsz-verlag.de

* Prof. E. Windemuth: ?Ostpreußen - mein Schicksal?. Die Tragödie einer Vertreibung. DRUFFEL & Vowinckel-Verlag, www.sudholt.de

* Dr. Robert Brock: ?Freispruch für Deutschland?. Ausländische Kronzeugen und Wissenschaftler widerlegen antideutsche Lügen. www.dsz-verlag.de



Empfehlenswerte Verlage im Netz:

o www.nationeuropa.de
o www.herbig.net
o www.jf-buchdienst.de
o www.buchdienst.com
o www.stocker-verlag.com
o www.jungefreiheit.de

Die Dauerbeschäftigung mit tatsächlichen (wie mit angeblichen) deutschen Verbrechen wurde zu lange benutzt, um jede Kritik an alliierten Kriegs- und Nachkriegsverbrechen auszublenden. Doch in jüngster Zeit haben selbst ?linke? Medien Berichte veröffentlicht, die eine Neubewertung historischer Fakten einleiten. Wenn Sie diese überfällige Aufklärungsarbeit unterstützen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Bestellen oder kopieren Sie unser Flugblatt und verbreiten Sie es z.B. unter Schülern und Studenten. Danke!

D E U T S C H L A N D - B E W E G U N G

82303 Starnberg, Postfach 1308, Fax 08151-78212, www.deutschland-bewegung.de

Spenden erbeten an: Kreissparkasse München / Starnberg, Konto-Nr. 4300 45724, BLZ 702 501 50.

Die Deutschland-Bewegung ist eine Initiative des Friedenskomitees; Sprecher: Dr. Alfred Mechtersheimer

das Massaker von Swinemünde


Wahrheit bleibt unausgesprochen - Das Massaker von Swinemünde

Am 12. März 1945 wurde die pommersche Hafenstadt Swinemünde - nordwestlich von Stettin gelegen - Ziel eines Angriffs der 8. US-Luftflotte. Bei diesem Tagesangriff, der mittags gegen 12 Uhr begann und nur rund 60 Minuten andauerte, setzten die Amerikaner 642 Bomber ein.

Zielpunkte für die Bombardierung Swinemündes waren der Hafen, der Bahnhof und die Kurparkanlagen. Das Ostseebad war an jenem Tag im März 1945 voller Flüchtlinge aus Ostpreußen, Danzig, Westpreußen und Hinterpommern. Die meisten kamen über See und hatten Schreckliches durchgemacht.

Mit dem Landgang in Swinemünde war zwar die Flucht noch nicht zu Ende, die Menschen meinten jedoch, das Schlimmste überstanden zu haben.

Der Bombenkrieg der Westalliierten gegen die Städte in West- und Mitteldeutschland war den Menschen des Ostens nur unzureichend bekannt. Diesbezügliche eigene Erfahrungen hatten die allermeisten nicht.

Die Amerikaner und Briten waren über die Infrastruktur der Halbinsel Usedom, an deren östlichem Ende Swinemünde liegt, bestens informiert. Peenemünde, ebenfalls auf Usedom gelegen, wegen der dortigen Raketenversuchsanstalt für die Alliierten ein wichtiges militärisches Ziel, wurde immer wieder durch Luftaufklärer ausgespäht. Diese Auf-klärung erstreckte sich auf die ganze Halbinsel.

Die Amerikaner wußten um die Folgen der Bombardierung Swinemündes. Der Angriff war ein Verbrechen, bei dem rund 23.000 Menschen zu Tode kamen.

Erster Zielpunkt der Bomber war der Hafen. Sechs große Handelsschiffe, die seit Januar als Flüchtlingsschiffe im Pendelverkehr zwischen Pillau und Danzig nach Swinemünde oder Kiel eingesetzt waren, sanken. Einige der Schiffe hatten die Menschenfracht noch an Bord. Das Schiff ?Andros? war am 5. März in Pillau mit 2.000 Menschen in Richtung Dänemark in See gestochen. Stürmische See behinderte. Unplanmäßig legte die ?Andros? am Morgen des 12. März in Swinemünde an.

Das Schiff kam in den Bombenhagel, brach auseinander und ging mit samt seiner Menschenfracht zu Grunde.

Im Kurpark von Swinemünde warteten Tausende auf ihren Weitertransport nach Westen. Die Markierer der Bomberverbände hatten den Park genau gekennzeichnet. ?Der Bombenteppich fiel besonders eng, so daß es kein Entrinnen gab. Die Lage im Kurpark war den Amerikanern bekannt, weshalb sie reichlich Baumkrepierer geladen hatten, Bomben mit Berührungszündern, die detonierten, sobald sie mit Ästen in Berührung kamen?, schreibt Jörg Friedrich in seinem Buch ?Der Brand?.

Die Flüchtlinge im Kurpark von Swinemünde waren am 12. März 1945 wehr- und schutzlos.

?Das Massaker von Swinemünde steht in den Annalen der 8. US-Flotte nicht als Massaker verzeichnet, auch nicht in den Annalen der Zeitgeschichte. Die US-Air-Force verbuchte ihn als Verkehrsangriff auf Rangierbahnhöfe.? (?Der Brand?, Seite 176).

Für die Toten von Swinemünde wurde auf dem Golm - ein Höhenzug westlich von Swinemünde gelegen - eine würdige Gedenkstätte geschaffen. Das dort jährlich am 12. März stattfindende Totengedenken erzeugt bis heute bei vielen Unmut, weil die historische Wahrheit - wie in diesem Bericht geschildert - unausgesprochen bleibt. Wilhelm v. Gottberg

Preußische Allgemeine Zeitung vom 12.März 2005

Dienstag, 15.02.2005

Die Versenkung der Gustloff

"Und dann verstummte das Schreien"
Vor 60 Jahren wurde das Flüchtlingsschiff "Wilhelm Gustloff" versenkt. Die Tragödie stand am Anfang der größten Evakuierung über See

Die Übertragung der alljährlichen Rede Hitlers zum Tag der Machtübernahme war soeben vorüber. Die letzten Klänge des Deutschlandliedes tönten aus den Bordlautsprechern der "Wilhelm Gustloff", als eine gewaltige Detonation den mit mehr als fünftausend Menschen völlig überfüllten Flüchtlingsdampfer erschütterte. Unmittelbar darauf zwei weitere Explosionen, eine davon im Schwimmbecken des einstigen "Kraft durch Freude"-Schiffes, das 175 Luftwaffenhelferinnen als Notquartier für die Passage nach Westen gedient hatte. Es waren die Einschläge der Torpedos, die der Kapitän des sowjetischen U-Bootes S-13, Alexander Marinesco, kurz zuvor abgefeuert hatte.

Was sich in jener eisigen Nacht des 30. Januar 1945 dann vor der Danziger Bucht, auf der Höhe von Stolpmünde, abspielte, wird keinen der Überlebenden jemals wieder loslassen. Der damals 18 Jahre alte Zahlmeister-Assistent an Bord der "Wilhelm Gustloff", Heinz Schön, erinnert sich: "Eine nicht zählbare, wie fast irrsinnig schreiende Menschenmasse kämpft um den Weg nach oben, ins Freie. Verzweifelte entwickeln Riesenkräfte. Stärkere schlagen brutal Schwächere nieder. Hunderte stampfen rücksichtslos über Zusammengebrochene hinweg. Das ist das totale Chaos. Das ist Panik auf einem untergehenden Schiff, die mit Worten nicht beschreibbar und von keinem menschlichen Hirn im Bewußtsein erfaßbar ist."

Nach 66 Minuten versank der stählerne 25 000-Bruttoregistertonnen-Koloß in der Ostsee. Tausende wurden mit in die Tiefe gerissen. Zwischen Rettungsbooten und Flößen schwammen nicht weniger verzweifelte, nach Hilfe schreiende Menschen, die sich an den im Meer treibenden Trümmern festzuklammern versuchten. Doch bei 18 Grad unter Null und einer Wassertemperatur von zwei Grad war ihr Schreien bald verstummt. Obgleich zwei deutsche Torpedo-Boote schnell zur Stelle waren, konnten letztendlich nur noch 1252 Passagiere der "Wilhelm Gustloff" gerettet werden. All die anderen - Verwundete, Soldaten, Alte, Frauen und Kinder - waren gestorben auf der Flucht vor den Russen.

Gut zwei Wochen zuvor, am 12. Januar 1945, hatte die sowjetische Winteroffensive begonnen, die Stalins Militärmaschinerie innerhalb weniger Tage von den Ausgangsstellungen am Bug bis vor die Tore des ostpreußischen Elbings hatte vorrücken lassen. Am 26. Januar erreichte sie bei Tolkemit das Frische Haff, schnitt damit Ostpreußen vom übrigen Reich ab und bedrohte den Danziger Raum. Für Millionen Flüchtlinge gab es nur noch den Weg über die Ostsee, um der plündernden, vergewaltigenden und mordenden Soldateska zu entkommen, die nun Revanche für Hitlers Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion nahm.

Schon am 14. Januar hatte die Kriegsmarine um ihren Oberbefehlshaber Großadmiral Karl Dönitz, einem fanatischen Anhänger Hitlers, die Vorwarnung für ihre Operationen "Rotdorn" und "Weißdorn" erlassen: Die militärische Räumung der gesamten östlichen und mittleren Ostsee. Da man noch hoffte, die vorstürmenden Sowjets aufhalten zu können, sollte - wie es in einem Tagesbefehl der Kriegsmarine hieß - zunächst die Evakuierung der Zivilbevölkerung "nur insoweit erfolgen, als der militärische Aufmarsch nicht beeinträchtigt wird. Hierbei spielt die Brennstofflage eine entscheidende Rolle." Nur unter dieser Einschränkung erhielt das Marineoberkommando Ost die Erlaubnis, "den Abtransport von Zivilbevölkerung, vor allem Frauen und Kindern, zu unterstützen"

http://www.wams.de/data/2005/01/23/392340.html
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Daran änderte sich auch in den darauffolgenden Wochen nichts, als die Sowjets weiter nach Westen vorrückten und Danzig und bald auch Teile der pommerischen Küste vom Hinterland abschnitten. Da Hitler immer noch monomanisch an seiner Durchhaltestrategie festhielt, nach der jeder Meter deutschen Bodens "bis zum letzten Atemzug" verteidigt werden müsse, folgten die Entscheidungen der Marineführung fortan einer merkwürdig anmutenden Doppelstrategie. Einerseits trugen sie der Möglichkeit Rechnung, aussichtslos erscheinende militärische Operationen zu unterstützen; andererseits folgten sie einer nüchternen Lageeinschätzung und widmeten sich der Evakuierung.

So führte die Kriegsmarine bis Ende März/Mitte April den "Seebrückenköpfen" Kurland, Ostpreußen und Danzig Nachschub zu, griff mit Schiffsartillerie, wie in Kolberg, in den Erdkampf ein und transportierte gleichzeitig Hunderttausende Flüchtlinge über die Ostsee, in der Minen, angloamerikanische Bomber und vor allem sowjetische U-Boote zur tödlichen Bedrohung geworden waren. Als am 16. April ihre Torpedos die "Goya" versenkten, sah die Welt mit mehr als 6000 Toten die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten.

Erst zwei Wochen später - nachdem Hitler im Bunker unter der Berliner Reichskanzlei Selbstmord begangen hatte - gab Dönitz der Evakuierung der an den Küsten Eingeschlossenen oberste Priorität. Doch warum tat der Großadmiral dies erst jetzt? Die Antwort gründet nicht nur in seiner Ergebenheit gegenüber Hitler, sondern auch in der Geschichte der Kriegsmarine: Die älteren Offiziere, wie Dönitz, waren durch den November 1918 traumatisiert. Die Matrosen hatten damals gemeutert und damit die Revolution im Reich entfacht. Etwas Ähnliches durfte sich nach dem Selbstverständnis der Männer um Dönitz nicht wiederholen.

In seiner Rundfunkrede vom 1. Mai stellte Dönitz, der von Hitler testamentarisch als dessen Nachfolger für das Amt des Reichspräsidenten ausersehen worden war, die Evakuierung über die Ostsee unter den Vorsatz, "Deutsche Menschen vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu retten". Vom holsteinischen Plön aus forderte er im selben Atemzug die Fortsetzung des Kampfes gegen "die Bolschewisten". Dönitz war dabei von der aberwitzigen Hoffnung geleitet, daß die Angelsachsen den Vormarsch der Roten Armee nach Mitteleuropa nicht zulassen würden und setzte auf einen Schulterschluß mit dem Westen. Hans-Georg von Friedeburg, Dönitz' Nachfolger als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, führte deshalb Verhandlungen mit Montgomery und Eisenhower über eine Teilkapitulation im Westen.

Die Tage, die Dönitz damit "gewonnen" hatte, wurden von der Kriegsmarine bis zur letzten Stunde konsequent für die Evakuierungs-Operationen genutzt. Noch einmal wurden zweihunderttausend Deutsche vor der Roten Armee gerettet. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai und am Morgen des 9. Mai war die Ostsee zwischen Hela und Bornholm übersät mit Schiffen", hielt der "Gustloff"-Überlebende, der Matrose Heinz Schön, der dabei war, fest. Der letzte Transporter traf erst am 14. Mai mit 75 Verwundeten, 25 Frauen und Kindern und 35 Soldaten in Flensburg ein. Der Zweite Weltkrieg war zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Tage vorüber.

In einer der größten Evakuierungsaktionen der Geschichte wurden von der Kriegsmarine so mehr als zwei Millionen Menschen transportiert. Doch für viele, die sich auf den Schiffen endlich in Sicherheit wähnten, hatte die Flucht über die Ostsee mit dem Tod geendet - für insgesamt 33 000. Sie verbrannten, ertranken oder erfroren - wie die Unglückseligen der "Wilhelm Gustloff". Ralf Georg Reuth

Artikel erschienen am 23. Januar 2005

Quelle:
http://www.wams.de/data/2005/01/23/392340.html?s=2

Montag, 17.01.2005

Dreivierteldeutscher unter Hitler

1924 in einer kleinen Stadt in Deutschland geboren, war ich 1933 9 Jahre alt; das Ende der Hitlerdiktatur erlebte ich als 21-Jähriger. Meine ersten Lebensjahre fielen in die Zeit nach dem er­sten Weltkrieg. Inflation, die Besetzung des Rheinlandes durch französi­sches Militär, Weltwirt­schaftskrise, Arbeitslosigkeit:die Weimarer Demokratie hatte es schwer, unter so negativen Um­ständen im Volk Wurzeln zu schlagen. Die triumphale Politik der Siegermächte heizte den Nationa­lismus in den Köpfen der meisten Deutschen immer mehr an.


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